Servicehündin Ylvi finanziert

Liebe Leserinnen und Leser!
Vor nicht allzulanger Zeit habe ich euch um die Hilfe bei der Finanzierung meines Assistenzhundes Ylvi gebeten. Da Ylvi ja bereits im Alter von 8 Wochen bei mir eingezogen ist war keinerlei Zusammenschulung mehr nötig. Im November haben wir gemeinsam und vor allem erfolgreich die offizielle Assistenzhundeprüfung vom Messerli Forschungsinstitut der Vetmed Uni Wien abgelegt. Somit ist Ylvi nun die erste offiziel geprüfte Assistenzhündin für Ptbs. Dank dieser Prüfung ist sie nun in meinem Behindertenpass eingetragen und darf somit wirklich überall hin mit.

Sobald uns unsere Trainer gezeigt hatten wie wir eine Übung aufbauen, ging es Zuhause los mit üben, üben, üben. Zwischendurch hatten wir immer wieder Trainingsstunden, bei denen überprüft wurde ob sich ja kein Fehler eingeschlichen hatte. Das gemeinsame Üben war nicht nur viel Arbeit, sondern machte auch Spaß und brachte uns immer wieder Erfolgserlebnisse. So konnte Ylvi die gelernten Aufgaben auch sofort im Alltag umsetzen. Ylvi ist eine echt tolle Hündin, die immer voller Motivation beim Training dabei ist und merklich Spaß hat.

Am Tag der Prüfung war ich sehr nervös und aufgeregt. Es kamen Herr Weißenbacher, Leiter des Messerli Forschungsinstituts, und Herr Ferstl, als kynologischer Sachverständiger, zu mir nach Hause. Während ich mit Herrn Weißenbacher noch einmal die Daten durchging und Fragen zur Hundehaltung gestellt bekam, nützte Herr Ferstl die Möglichkeit um Ylvi etwas genauer anzusehen. Er testete wie sie auf Berührungen reagiert, was sie macht, wenn man sich über sie beugt und den Kopf tätschelt, etwas das für Hunde sehr unangenehm ist und nicht jeder Hund duldet. Doch Ylvi ließ es genauso wie die Zahnuntersuchung und das Festhalten ihrer Pfoten freudig über sich ergehen. Als nächstes waren ihre speziellen Aufgaben dran. Da es schwierig ist auf Kommando vorzuzeigen wie sie auf Krampfanfälle reagiert, hatte ich die Aufgabe ein Anzeigeprotokoll zu schreiben und nach Möglichkeit auch ihre Arbeit zu filmen. Gemeinsam gingen wir das Anzeigeprotokoll durch und ich zeigte ihnen verschiedene Videos von unseren Trainingseinheiten und eines von einer echten Anzeige eines Krampfanfalles. Dies hatte eine Freundin durch Zufall im Fitnessstudio gemacht. Ylvi durfte noch vorzeigen wie sie die Medikamente sucht und bringt und mir im Anschluss auch noch eine Wasserflasche apportiert.

Im Anschluss ging es nach draußen und ich durfte zeigen wie gut Ylvi ihre Grundkommandos beherrscht. Sie musste sitz machen, sich ins Platz legen und ich schickte sie mit einem Befehl vorraus und auf das Kommando „Halt“ musste sie wieder stehen bleiben. Danach gingen wir in die Rathausgalerie wo sie sich ansahen wie Ylvi mit Gitterrosten und glatten Böden umgeht. Zudem fuhren wir mit dem Aufzug und gingen dann die Treppen nach unten. So sahen sie wie Ylvi sich in kleinen Räumen (mit vielen Menschen) verhält und wie es mit der Leinenführung aussieht.

Auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt in der Theresienstraße begegneten wir noch zwei Hunden, die Ylvi beide gekonnt ignorierte. Der Weg durch den Weihnachtsmarkt war für mich aufgrund der vielen Menschen sehr anstrengend. Ylvi blieb brav an meiner Seite und ignorierte auch das Essen, das hier überall am Boden lag. Zum Abschluss zeigten wir noch vor, wie Ylvi sich beim Einsteigen in einen Bus verhält. Zum Glück bestanden sie nicht darauf, dass ich damit fahren musste. Die Busse waren schrecklich überfüllt und ich bekomme bei so etwas leicht eine Panikattacke. Ich bot noch an, dass wir dafür noch in einen Laden gehen könnten, damit sie ihr Verhalten in einem Geschäft noch anschauen konnten. Doch beide meinte, dass sie genug gesehen hatten und das so passe. Wir gingen also wieder nach Hause und dort bekam ich gleich das Zertifikat überreicht.

So lief meine Prüfunung ab. Bei anderen wird sie etwas anders ablaufen, da die Prüfungen auch immer individuell auf die Assistenznehmer und deren Hunde abgestimmt sind.

Leider wissen aber noch nicht alle Menschen was ein Assistenzhund ist und welche Rechte dieser bzw. ich als Assistenzhundeführer habe. Um in dem Bereich die Leute mehr aufzuklären und anderen Assistenznehmern zu helfen habe ich eine Homepage www.assistenzhund-ylvi.at eingerichtet. Ich habe die wichtigsten Gesetze und Argumentationsweisen für Zutrittsrechte zusammengefasst und eine Beschreibung der Arbeit eines Ptbs-Assistenzhundes erstellt. Zudem berichte ich im Blog von unserem Alltag, den schönen und auch nicht so schönen Erlebnissen.

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